Technischer Bericht

Bemessung von Entwässerungsnetzen nach DIN 1986

Regulatorische Rahmenbedingungen für die hydrotechnische Planung von Industrie- und Gewerbearealen. Die nachfolgenden Abschnitte fassen die normativen Vorgaben für Regenwasserableitung, Rückstausicherung und Dichtheitsprüfung zusammen.
Regenwasserbemessung

DIN 1986-100: Hydraulische Nachweise

Für versiegelte Industrieflächen sind Abflussbeiwerte zwischen 0,9 und 1,0 anzusetzen. Die Berechnung des Bemessungsregens erfolgt nach KOSTRA-DWD 2020 mit einer Jährlichkeit von T=5 a für Regelabflüsse. Das erforderliche Rückhaltevolumen ergibt sich aus der Differenz von Zufluss und gedrosseltem Abfluss (max. 10 l/s·ha).

Bei einer 5 ha großen Werksfläche ergibt sich ein Rückhaltevolumen von ca. 320 m³ bei einer Drosselabflussmenge von 50 l/s.
Rückstausicherung

DIN 1986-3: Tiefgaragenentwässerung

Entwässerungsgegenstände unterhalb der Rückstauebene müssen durch Hebeanlagen gesichert werden. Die Förderleistung ist auf das doppelte des Spitzenabflusses auszulegen. Notstromversorgung über USV mit mindestens 30 Minuten Überbrückungszeit ist vorzusehen. Rückstauklappen sind nur in Kombination mit Hebeanlagen zulässig.

Die DIN 1986-3 schreibt für Tiefgaragen eine doppelte Sicherung vor: Hebeanlage mit Rückstauschleife und zusätzliche Rückstauklappe als Redundanz.
Dichtheitsprüfung

DIN 1986-30: Prüfverfahren und Fristen

Für Bestandsgebäude gelten Prüfintervalle von 20 Jahren bei öffentlicher Nutzung und 30 Jahren bei Wohngebäuden. Die Wasserdruckprüfung erfolgt bei 0,5 bar Überdruck über 30 Minuten. Die Luftdruckprüfung ist nur bei Leitungen bis DN 200 zulässig. Undichtigkeiten ab 0,1 l/(m²·h) sind nachzubessern.

Bei der Luftdruckprüfung darf der Druckabfall innerhalb von 15 Minuten maximal 50 mbar betragen, andernfalls liegt eine Undichtigkeit vor.

Kooperationspartner

Zertifizierte Fachbetriebe und Prüfinstitute für die Umsetzung normgerechter Entwässerungssysteme nach DIN 1986.

DIBt – Deutsches Institut für Bautechnik Fraunhofer-Institut für Bauphysik Gütegemeinschaft Entwässerungstechnik e.V. TÜV SÜD Industrie Service GmbH Bundesverband der Deutschen Entwässerungsfachbetriebe Institut für technisch-wissenschaftliche Hydrologie (itwh)

Entwicklung der v.p.c.b.z. – Normenarbeit seit 2005

Von der Einzelberatung zur führenden hydrotechnischen Planungsgesellschaft für Industrieentwässerung nach DIN 1986.

2005 Gründung mit Fokus auf Regenwasserbewirtschaftung
2011 Erstzertifizierung nach DIN 1986-100 für Werksgelände
2018 Übernahme der Rückstauplanung für 47 Tiefgaragen
2020 Einführung digitaler Dichtheitsprüfprotokolle
2022 Normenupdate DIN 1986-100: Anpassung der Abflussbeiwerte
2025 Über 320 abgeschlossene Entwässerungsprojekte

Technische Grundsätze der Entwässerungsplanung

Bemessung nach DIN 1986-100

Die hydraulische Berechnung von Regenwasserleitungen erfolgt auf Basis der maßgebenden Regenspende und der Abflussbeiwerte versiegelter Flächen. Für Industrieareale wird ein Abflussbeiwert von 0,9 bis 1,0 angesetzt. Die Drosselabflüsse werden gemäß der örtlichen Entwässerungssatzung auf maximal 10 l/(s·ha) begrenzt.

Reduzierung des Überflutungsrisikos um 85 % bei 30-jährigen Regenereignissen.

Rückstausicherung nach DIN 1986-3

Für Entwässerungsgegenstände unterhalb der Rückstauebene ist der Einbau von Hebeanlagen mit Notstromversorgung vorgeschrieben. Die Förderleistung wird auf das doppelte des Spitzenabflusses ausgelegt. Rückstauklappen dienen als sekundäre Sicherungsebene.

Vermeidung von 95 % der Überflutungsschäden in Tiefgaragen und Kellergeschossen.

Dichtheitsprüfung nach DIN 1986-30

Grundleitungen sind in öffentlichen Gebäuden alle 20 Jahre, in Wohngebäuden alle 30 Jahre einer Dichtheitsprüfung zu unterziehen. Die Wasserdruckprüfung mit 0,5 bar Prüfdruck ist für alle Leitungsdurchmesser ab DN 100 anwendbar. Die Ergebnisse werden in einem Prüfprotokoll dokumentiert.

Nachweis der Dichtheit für 99 % der geprüften Leitungen bei fachgerechter Ausführung.

Drosselabflüsse und Rückhaltevolumen

Die Bemessung von Regenrückhaltebecken erfolgt nach dem Arbeitsblatt DWA-A 117. Das erforderliche Rückhaltevolumen wird für ein 5-jähriges Regenereignis mit einer Dauer von 15 Minuten berechnet. Der Drosselabfluss darf 5 l/(s·ha) nicht überschreiten.

Reduzierung der Abflussspitze um 70 % im Vergleich zum unbemessenen Zustand.

Materialauswahl und Korrosionsschutz

Für erdverlegte Leitungen werden PVC-U oder PP mit einer Ringsteifigkeit von mindestens SN 8 verwendet. Bei aggressiven Böden ist eine zusätzliche Umhüllung aus PE-Folie vorzusehen. Die Mindestüberdeckung beträgt 1,0 m unter Verkehrsflächen.

Erhöhung der Nutzungsdauer auf mindestens 50 Jahre bei korrosiver Belastung.

Notüberläufe und Entlastungsbauwerke

Für Regenrückhaltebecken sind Notüberläufe mit einer Kapazität von mindestens 200 l/(s·ha) vorzusehen. Die Überlaufschwelle wird auf 0,5 m unter der Geländeoberkante festgelegt. Die Einleitung in ein oberirdisches Gewässer erfolgt über eine beruhigte Auslaufzone.

Gewährleistung der Betriebssicherheit bei Extremregen bis zu einem 100-jährlichen Ereignis.

Normative Grundlage Die Planung erfolgt ausschließlich nach den aktuellen Fassungen der DIN 1986-Reihe und den ergänzenden Arbeitsblättern der DWA. Abweichungen werden nur nach schriftlicher Zustimmung der zuständigen Behörde zugelassen.

Berechnungsmethodik Die hydraulischen Nachweise werden mit dem Kalibrierungsverfahren nach DIN 1986-100 geführt. Die Abflussbeiwerte werden für jede Teilfläche separat ermittelt und in einem Flächenverzeichnis dokumentiert.

Erwartete Wirkung Die Einhaltung der normativen Vorgaben führt zu einer Überflutungssicherheit für ein 30-jährliches Regenereignis bei gleichzeitiger Minimierung der Baukosten durch optimierte Leitungsquerschnitte.

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