Technische Grundlagen der Entwässerungsplanung nach DIN 1986
Welche Abflussbeiwerte sind für Industrieflächen anzusetzen?
Für versiegelte Industrieflächen (Dächer, Betonflächen) gilt nach DIN 1986-100 ein Abflussbeiwert C = 1,0. Für wasserdurchlässige Beläge (z. B. Rasengittersteine) wird C = 0,5–0,7 angesetzt. Die Wahl des Beiwerts beeinflusst direkt die Bemessung der Regenwasserleitungen und des Rückhaltevolumens.
Welche Prüfintervalle gelten für Grundleitungen?
Die DIN 1986-30 schreibt für Grundleitungen in öffentlichen Gebäuden eine Dichtheitsprüfung alle 20 Jahre vor, für Wohngebäude alle 30 Jahre. Bei Neubauten ist die Prüfung vor Inbetriebnahme durchzuführen. Die Prüfergebnisse sind in einem Prüfbericht zu dokumentieren und dem Betreiber zu übergeben.
Wann ist eine Hebeanlage erforderlich?
Nach DIN 1986-3 müssen alle Entwässerungsgegenstände, die unterhalb der Rückstauebene liegen (z. B. in Tiefgaragen oder Kellern), über eine Hebeanlage entwässert werden. Die Hebeanlage ist mit einer Notstromversorgung auszurüsten, um bei Netzausfall die Funktion zu gewährleisten. Die Pumpenleistung ist auf den maximalen Zufluss auszulegen.
Welche Drosselabflüsse sind bei Regenrückhalteanlagen einzuhalten?
Der zulässige Drosselabfluss wird von der zuständigen Wasserbehörde festgelegt und liegt in der Regel zwischen 10 und 30 l/s pro Hektar befestigter Fläche. Die Bemessung des Rückhaltevolumens erfolgt nach dem Arbeitsblatt DWA-A 117 unter Berücksichtigung der 5-jährigen Regenreihe. Die Drosseleinrichtung muss wartungsarm und frostsicher ausgeführt sein.
Welche Anforderungen gelten für die Dichtheitsprüfung im Luftdruckverfahren?
Bei der Luftdruckprüfung nach DIN 1986-30 wird ein Prüfdruck von 0,5 bar aufgebracht. Der Druckabfall darf innerhalb von 15 Minuten maximal 0,1 bar betragen. Das Verfahren eignet sich besonders für Grundleitungen mit geringem Gefälle, bei denen eine Wasserdruckprüfung nicht praktikabel ist. Die Prüfprotokolle sind mindestens bis zur nächsten Prüfung aufzubewahren.
Wie wird die Rückstauebene korrekt ermittelt?
Die Rückstauebene wird gemäß DIN 1986-100 auf Höhe der Straßenoberkante am Anschlusspunkt festgelegt. Liegt die Straßenoberkante nicht vor, ist die Geländeoberkante maßgebend. Alle Entwässerungsgegenstände unterhalb dieser Ebene müssen durch eine Hebeanlage oder Rückstauklappe gesichert werden. Die Rückstauklappe ist regelmäßig zu warten und auf Dichtheit zu prüfen.